TESTBERICHT Cream JTA-15
Gitarre & Bass - Heft 10/2011 (Textauszug)
Die versprochene Absicht des Herstellers mit dem JTA-15 eine Alternative mit geringerer Lautstärke des JTA-45 anzubieten, wird in der Praxis wirklich anschaulich. Tatsächlich tönt dieser Amp eher wie ein "kleiner" JTA 45 als irgendein neues 18-Watt-Konstrukt. Vor allem der warme und klare Grundton überzeugt von Anfang an. Der Ton ist rund, voll und relativ linear. Was aus den Lautsprechern kommt, entspricht dem Charakter der Gitarre und des Spielers und nicht einem unangenehm verfärbten Statement des Verstärkers. Bei Volume-Einstellung bis etwa 4 bleibt der Ton mit der werkseitig bestückten Topboost-Röhre (ECC 82) stets clean und warm. Die Class A-Beschaltung der Endstufe bietet dabei eine angenehme Kompression und singende Singlenotes, die sich auch bei Melodien gut durchsetzen. Nur wenn man härter anschlägt, setzt sich ein leicht schmatzendes Attack auf jede Note. Dreht man den JTA 15 voll auf, erhält man einen Power-Chord-Sound, den man einem JTM45 nur selten entlockt. Denn hier bleibt der Ton knackig, konturiert und mittig. Dreht man den Master zurück, wird der Sound gleichmäßig klarer und wärmer. Sehr schön! Alle Nuancen von Clean, Crunch und Heavy lassen sich so kinderleicht abrufen. Mit einer ECC83 im Topboost-Kanal wird die Distortion sogar noch fetter und saftiger, wodurch man sich etwa im AC/DC-Lager befindet und tatsächlich in moderater Clublautstärke los rocken kann. Gewissenlos rocken ohne sich vor dem eigenen Lärm zu ducken, an die genervten Nachbarn oder Mitmusiker zu denken und dennoch mit erlesenen Spätsechziger Blues-Rock-Sounds à la Clapton, Gary Moore oder Bonamassa aufzutrumpfen, ist wohl die größte Verführung an diesem Produkt.